Irgendwann steht nur noch der letzte Karton im Flur. Die Möbel sind weg, an den Wänden sieht man plötzlich jede kleine Spur und der eigene Schlüssel liegt zum letzten Mal in der Hand. Bevor die alte Wohnung wirklich Geschichte ist, wartet noch die Übergabe. Und die sollte nicht zwischen Tür und Angel passieren.

Ein Umzug fühlt sich schon vorher nach Aufbruch an. Neue Adresse, andere Wege, vielleicht ein neues Viertel oder sogar eine andere Stadt. Die alte Wohnung verschwindet währenddessen Stück für Stück. Erst die Bücher, dann die Bilder, irgendwann die Kaffeemaschine.

Am Ende bleiben leere Räume.

Manchmal merkt man erst dann, dass Veränderung längst begonnen hat. Ein Umzug kann genau so ein Moment sein, an dem ein neues Leben beginnt und die alte Adresse tatsächlich zurückbleibt.

Vorher müssen aber Schlüssel, Zählerstände und Übergabeprotokoll stimmen.

Der letzte Rundgang sieht plötzlich anders aus

Eine möblierte Wohnung kann viel verstecken. Sobald Sofa, Bett und Regale verschwunden sind, tauchen Kratzer, Dübellöcher oder eine Ecke auf, die noch einmal gereinigt werden sollte.

Deshalb lohnt sich der letzte Rundgang ein paar Tage vor der Übergabe. Bei einem Umzug in Wien laufen ohnehin genug Dinge gleichzeitig zusammen. Transport, Kartons, neue Adresse und Termine füllen die letzten Tage schnell aus. Die alte Wohnung erst am Abend vorher genauer anzusehen, macht die Sache unnötig hektisch.

Fotos helfen ebenfalls. Ein paar Aufnahmen von Böden, Wänden, Bad, Küche und vorhandenen Schäden dokumentieren den Zustand bei der Rückgabe.

Eine Wohnung darf bewohnt aussehen

Nach mehreren Jahren sieht eine Wohnung nicht mehr aus wie am ersten Tag. Das ist normal.

Gewöhnliche Abnutzung gehört zum Wohnen. Ein Boden wird matter, Wände bekommen Spuren und kleine Gebrauchsspuren lassen sich kaum vermeiden. Ein tiefer Kratzer im Parkett oder eine beschädigte Tür ist dagegen etwas anderes.

Bei eigenen Einbauten sollte früh klar sein, was bleibt und was entfernt werden muss. Küche, Regale oder andere Veränderungen sorgen sonst beim Übergabetermin schnell für Diskussionen.

Der Keller wird gern vergessen

Probleme entstehen am Ende erstaunlich häufig durch Kleinigkeiten.

Im Keller steht noch eine Kiste, im Küchenschrank liegt eine alte Pfanne und auf dem Balkon wartet ein vergessener Blumentopf.

Ein echter letzter Rundgang heißt deshalb: jede Tür noch einmal öffnen.

Klingt banal. Spart aber die Rückfahrt.

„Besenrein“ heißt nicht nagelneu

Normale Abnutzung verschwindet schließlich nicht, nur weil ein Mietverhältnis endet. Eine pauschale Pflicht, die komplette Wohnung beim Auszug frisch auszumalen, besteht in Österreich ebenfalls nicht automatisch.

Besenrein heißt dabei nicht makellos. Die Mietervereinigung Österreichs beschreibt damit eine saubere Wohnung, die frei von eigenen beweglichen Gegenständen zurückgegeben wird. Normale Gebrauchsspuren dürfen trotzdem vorhanden sein.

Küche und Bad verdienen trotzdem einen zweiten Blick. Kalk, Fett oder alte Lebensmittel wirken in leeren Räumen noch einmal deutlich auffälliger.

Was tatsächlich verlangt werden kann, hängt am Ende vom Vertrag und vom Zustand der Wohnung ab.

Zählerstände und Schlüssel sind schnell erledigt

Strom und Gas ablesen, Foto machen, fertig.

Dieser kleine Schritt geht zwischen Kartons und Transporter gern unter. Die Werte sollten trotzdem im Übergabeprotokoll landen.

Danach kommen die Schlüssel. Wohnung, Haustür, Briefkasten, Keller und nachgemachte Exemplare gehören zusammen. Im Protokoll lässt sich festhalten, was tatsächlich übergeben wurde.

Dasselbe gilt für erkennbare Schäden und offene Punkte. Auch die offiziellen Informationen zur Beendigung eines Mietvertrags in Österreich empfehlen, den Zustand der Wohnung bei der Rückgabe in einem Übergabeprotokoll festzuhalten. Unterschrieben werden sollte trotzdem erst, wenn alle Angaben stimmen.

Dann ist die Wohnung plötzlich Vergangenheit

Der letzte Moment eines Umzugs fühlt sich seltsam an.

Leere Räume klingen anders. Schritte hallen, die Zimmer wirken größer und irgendwie fremd. Man erkennt alles noch, aber Zuhause ist es eigentlich schon nicht mehr.

Dann wechseln die Schlüssel die Seite.

Ein Umzug besteht aus erstaunlich viel Organisation. Später erinnert man sich vermutlich kaum noch an den Zählerstand oder daran, welcher Karton zuerst im Transporter stand.

Der Moment, in dem die alte Tür zum letzten Mal zufällt, bleibt eher hängen.

Und dann geht es weiter.