Vor kurzem erst habe ich geschrieben, dass der Sinn des Lebens es wohl ist, den Planeten ein Stück weit besser zu verlassen als man ihn betreten hat. Diese persönliche Sichtweise über den Sinn des Lebens ist allerdings nur eine von vielen, die mir in den letzten Tagen untergekommen sind. Es gibt unzählige andere Definitionen und Ansichten dazu.

Bei vielen Menschen stehen offenbar die Themen Kinder, Familie und Geld im Mittelpunkt. „Der Sinn des Lebens ist es Kinder zu haben, dafür lebe ich“ oder „Der Sinn des Lebens ist es zu heiraten und eine Familie zu gründen“. Andere wiederum möchten „einfach nur ihre Ruhe haben und im Alter die Pension genießen“. Was die Thematik des Geldes betrifft hatte Peter Ustinov ein schlagendes Gegenargument: „Der Sinn des Lebens: etwas, das keiner genau weiß. Jedenfalls hat es wenig Sinn, der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein.“

Den meisten Phiosophen, Künstlern und Schriftstellern kamen bei der Sinnfrage allerdings keine Kinder oder Familie in den Sinn. Göthe meinte kurz und bündig: „Der Sinn des Lebens, ist das Leben selbst.“ Das lässt einem jede Menge Interpretationsspielraum und hilft den meisten wohl nur bedingt weiter.

Der britische Schriftsteller Samuel Butler hingegen stellte die Spezies Mensch komplett in Frage: „Alle Lebewesen außer den Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu genießen.“ Finde ich eigentlich grandios, vor allem sehr passend für alle, die die Sinnfrage zu sehr zerdenken.

Picasso hatte einen sehr pragmatischen Ansatz: „Der Sinn des Lebens besteht darin deine Gabe zu finden. Der Zweck des Lebens ist sie, zu verschenken.“

In eine ähnliche Richtung schlägt auch der Philosoph Baruch de Spinoza ein, der meinte „Sein was wir sind, und werden, was wir werden können, das ist das Ziel unseres Lebens.“ Hier geht es also um die eigenen Fähigkeiten und das Ausschöpfen von Potentialen.

Auf meiner Seite der eher selbstloseren Ansichten des Lebenssinns ist Rabindranath Tagore gewandert: „Wer Bäume pflanzt, obwohl er weiß, dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.“

Die Frage nach dem Sinn des Lebens hat die Menschheit schon immer beschäftigt. Manche denken tag täglich aufs Neue darüber nach und viele davon finden wohl nie eine zufriedenstellende Antwort. Wir wissen jedenfalls dass die Erklärungsversuche vielfältig sind und sich im Laufe eines Lebens verändern. Manche wollen einfach nur glücklich sein und sehen in der Liebe und Familie die vollkommene Erfüllung, manche streben nach einem luxuriösen Lebensstandard und viel Geld am Konto. Andere wiederum suchen Ruhe oder berufliche Unabhängigkeit, um jeden Tag aufs neue selbst entscheiden zu können was man tut.

Wie sieht es bei euch mit dem Lebenssinn aus? Habt ihr auch eine eigene Definition dafür?

Der Sinn des Lebens ist es wohl, den Planeten ein Stück weit besser zu verlassen als man ihn betreten hat.

Jürgen Koller

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