Es ist wieder wie 2015, nur ein bisschen anders. Aktuell geht es um das Flüchtlingslager in Moria, dass für 2.800 Leute konzipiert war – in dem aber bis zu 20.000 Menschen „untergebracht“ wurden. Dass sowas auf Dauer nicht gut gehen kann liegt auf der Hand und verwundert niemanden.
Die Organisation Ärzte ohne Grenzen forderte angesichts der Covid-19-Pandemie im März 2020 eine sofortige Evakuierung des Lagers und eine dezentrale Verteilung der Menschen. In dem Lager teilten sich 1.300 Menschen einen Wasserhahn. Wie es dort zugeht sieht man in diversen Videos – Menschenunwürdig. Nun ist die Situation völlig außer Kontrolle geraten und 12.000 Menschen wurden obdachlos.

Deutschland und Frankreich haben sich sofort bereit erklärt, 400 unbegleitete Minderjährige aus Moria aufzunehmen. Am 15. September gab Deutschland nach Rücksprache mit der griechischen Regierung bekannt, zusätzlich 408 Familien mit Kindern von den griechischen Inseln aufzunehmen. Belgien hat sich bereiterklärt 150 Menschen aufzunehmen, die Niederlande 100. Genau so sollte es auch sein. Menschen in dringendster Not, vor allem Kinder, muss geholfen werden – ohne wenn und aber. Nur unser ach so christlicher Kanzler Kurz weigert sich 100 unbegleitete Minderjährige aufzunehmen. Die Stadt Wien würde das sofort tun, kann es aber nicht – da es die Regierung nicht erlaubt. Ich schäme mich für Österreich in Grund und Boden – ein Land das offensichtlich nichts gelernt hat und früher in Kriegszeiten selbst so sehr auf die Hilfe anderer Länder angewiesen war. Dass man nicht Millionen Menschen aufnehmen kann ist jedem klar aber nur weil man nicht all retten kann, heißt das nicht, dass man nicht ein paar Kinder aufnehmen kann die hungern, frieren und sich anständig um sie kümmert. Das ist einfach unter aller Sau. Immer die üblichen 0815 Sager, die Angstmache, die Panik – es wird inzwischen wirklich langweilig und nicht besser.

Hugo Portisch hat das 2015 kurz und bündig dargestellt:

…“Das sind keine bösen Menschen, das sind arme Leut mit schwerem Schicksal, die essen euch nicht die Butter vom Brot weg. Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung. Nichts ist so einfach als Leute zu verhetzen. Nichts ist so einfach zu sagen das sind lauter Diebe, das sind lauter Vergewaltiger, das sind lauter Kinderverzahrer.“ ..

Hugo Portisch, 2015


Wie DiePresse mal schön vorgerechnet hat, kostet dem Staat ein Flüchtling 10.724 Euro pro Jahr – wären für die 100 Minderjährigen also 1 Mio. Euro im Jahr. Das ist weniger als die ÖVP im letzten Nationalratswahlkampf auf Facebook ausgegeben hat, von jährlichen Kronenzeitung-Anzeigen in Millionenhöhe rede ich erst gar nicht. Es ist ein Betrag, den das Land nicht mal Ansatzweise im Budget spürt. Es ist einfach traurig wie wenig Empathie die Regierung und auch eine Vielzahl an Menschen in unserem Land haben und so tun als wäre das alles egal. Wenn man die Möglichkeit hat auch nur ein einziges Menschenleben zu retten, sollte man das ohne wenn und aber tun und als eines der reichsten Länder der Welt ist das unsere Verantwortung.

Dass die EU seit Jahren in der Flüchtlingsthematik total versagt steht außer Diskussion und dass man das Problem vor Ort angehen muss ist auch nichts Neues. Bis man das aber nicht endlich in den Griff bekommt, kann man auch nicht einfach wegschauen, ein paar Pakete runterschicken und so tun als wären alle Probleme damit gelöst. Also Österreich, was is mit dir…

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