Kolumnen

Kurz vor Mitternacht

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Es ist kurz vor Mitternacht, der Nebel umgibt die Fenster und zu hören ist nichts außer mein eigener Atemzug. Die Gedanken schweifen wild umher, wie Kometen die in Wahrheit längst erloschen sind. Wirre Gedankenzüge, die planlos und fragend in der Luft hängen, warten auf Antworten. Jede Geschichte hat ein Ende, eine Mitte und einen Anfang, nur wo befinde ich mich. Bei Kapitel 1, in dem die Hauptcharaktere das erste mal erscheinen, Kapitel 5 bei dem man endlich versteht worum es geht oder gar schon beim Schlusswort? Ich liebe dich. Ist dieser Satz schon gefallen? Ich liebe dich auch. Nur wer liebt wen und warum eigentlich? Ich weiß es nicht, die Fragen kenn ich wohl, die Antworten noch nicht. So stecke ich also im Vorwort fest, mit der Idee aber kaum geschriebenen Seiten. Wertloses Papier, wertlose Zeilen, nicht meine Geschichte, nicht wert zu teilen. Plötzlich hör ich Schritte. Eine Frau, zur späten Stunde. In Gedanken weiß ich wer es ist und schreib den Namen in mein Buch. Die Schritte werden lauter, mein Herz beginnt zu rasen. Ist sie es wirklich? Das Buch beginnt sich schnell zu füllen, Visionen, Gedanken, Träume und Wirklichkeit. Das ist mein Buch, meine Geschichte. Doch dann so kurz vor meiner Tür – mein Herz steht still – ich hör nichts mehr. Sie war es nicht. Wertloses Papier, wertlose Zeilen, nicht meine Geschichte, nicht wert zu teilen. Die Gedanken wieder wirr und fragend. Es ist kurz vor Mitternacht und die Nacht zieht mich in ihren Bann. Vielleicht kommt sie dann ja morgen, beantwortet die Fragen und schreibt mit mir das Buch meines Lebens.

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