Wir sitzen im Gras in einer warmen Sommernacht. Die Gruppe ist buntgemischt und altbekannt. Man kennt sich, bis auf einen betrunken Typen der seine Freunde verloren und sich verirrt hat. Er ist unterhaltsam und darf bleiben. Wir trinken Bier und erzählen uns Geschichten, die uns zum Lachen und zum Nachdenken bringen. Während sich einige zukiffen und überraschend redegewandt über das Leben philosophieren macht ein Walkman die Runde. Es laufen die neuen Songs von Freundeskreis und es wird mitgesungen und mitgerappt. „Esperanto, Standpunkt unsres gleichen, von denen die die und nicht nur sich an der Kultur bereichern…“ So schlecht wir auch in der Schule sind, die Lyrics und Rhymes sitzen bei jedem ausnahmslos.

Es ist einer dieser unzähligen Abende…

Es ist einer dieser unzähligen Abende wie wir sie Woche für Woche erleben. Während ein neu formiertes Pärchen zerstört aber glücklich aus den Weinbergen zurückkehrt, fließen bei einem anderen Mädchen die Tränen. Wie konnte er nur, dieser Arsch. Eine Stunde später knutscht sie selbst glücklich mit ihrer neuen Liebe herum – er ist zwar nicht so hübsch aber als spontaner Ersatz ganz brauchbar. In unserer Runde wird weiter geredet, gelacht, gesungen und getrunken. Man selbst blickt sich nach seiner Herzensdame um und fragt sich ob man nicht langsam wieder zurück in die Disco gehen sollte. Was bringts, sie ist mit einem anderen da…drauf geschissen. Zu gemütlich ist es gerade und eine Flasche Tequilla macht die Runde. Ein kräftiger Zug von der Flasche, die Sorgen vergessen & ins Gras zurücklehnen. Nächste Woche ist sowieso wieder alles anders. Den Blick in den Sternenhimmel gerichtet und den eigenen Walkman starten, in dem ebenfalls das neue Freundeskreis Album läuft…„Mit dir“. Unbeschwerte Jugendzeit.

Vermutlich hatten wir hundert mal mehr Sorgen als heute, doch an diesen Abenden verging die Zeit bedeutend langsamer und das Leben legte für uns eine Pause ein. „Mit dir steht die Zeit still…du bist was ich will spürst du was ich fühl denn was ich fühl ist real…“ Die Sorgen verflüchtigten sich im Zigarettenrauch der Sommernacht. Es ist 1999, die gute alte Zeit.

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