Nachdem sie ihn nicht erreichte und es schon zu spät für den Flughafen war, wusste sie, dass sie alles verspielt hatte. Sie hatte mit einem Schlag ihren Freund verloren und ihr Exfreund war nichts weiter als eine zu schön erdachte Illusion. Ihr Kopf schmerzte bitterlich, die Tränen liefen ihr über das Gesicht und sie wusste nicht mehr wohin sie fahren sollte.

Er hatte wie immer die letzte Reihe im Flugzeug gebucht. Die beiden Plätze neben ihm blieben leer und er starrte einsam aus dem Fenster. Inzwischen hatte es heftig zu regnen begonnen – wie damals, als sie sich kennenlernten. Jeder Regentropfen erinnerte ihn gerade an diesen Moment und das Herz in seiner Brust begann gleichzeitig schneller zu schlagen und zu schmerzen. Ihm liefen ebenfalls Tränen über sein Gesicht, was nicht unbemerkt blieb.

„Entschuldigen Sie, ist alles in Ordnung?“ fragte ihn eine Frau, die auf der anderen Seite ganz alleine in der letzten Reihe saß und auf ihn aufmerksam wurde. „Ja…also ja danke, alles ok.“ „Ganz bestimmt?“ fragte Sie ihn ungläubig. Seine geröteten Augen widersprachen wohl seinen Aussagen. „Es geht schon, danke.“ „Ok, ich…wollte nicht stören.“

Er atmete tief durch, nahm einen weiteren Zettel aus seiner Jackentasche und las die Worte, die darauf standen leise vor. Die Welt wird immer Zeit für die Liebenden haben. Während das Flugzeug abhob und durch das Unwetter hindurch in den Himmel stieg, richtete er seinen Blick kurz nach links, auf die Frau von vorhin. Vielleicht sollte er sich bei ihr für eben entschuldigen. Sie sah wirklich sehr nett aus und er fragte sich, wieso sie ebenfalls alleine in einem Flugzeug nach Paris saß. An Schicksal wollte er gerade nicht denken aber wie heißt es so schön. Die Welt wird immer Zeit für die Liebenden haben.

Während sie zurück ihn seine Wohnung fuhr um die beiden Koffer wieder auszupacken, wurde der Regen immer stärker. Der stechende Kopfschmerz, die verheulten Augen und ein Platzregen machten es ihr kaum möglich die Spur zu halten. Sie verringerte ihr Tempo auf Schrittgeschwindigkeit. Das nächste was sie vernahm war ein langgezogenes Quietschen und ein ohrenbetäubender Knall. Die Scheiben ihres Autos zerbrachen, ihr Körper wurde verdreht und ihr Kopf knallte gegen einen harten Gegenstand. Das letzte was sie mitbekam, bevor sie ihr Bewusstsein verlor, waren verschwommene Lichter, das prasseln des Regens und jede Menge Blut an ihren Händen.

Noch 1,5h bis zur Landung….

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