Im Restaurant angekommen, stand ihm die Nervosität ins Gesicht geschrieben. In diesem extrem gehobenen Ambiente fühlte er sich merkbar unwohl. Der separate Tisch mit Blick auf die Seine und das Strahlen in Noras Gesicht ließen die Anspannung aber rasch wieder verfliegen. „Das wäre doch die perfekte Szenerie für einen Heiratsantrag“ scherzte sie. „Führ mich nicht in Versuchung“.

Die beiden genossen das Essen, die Musik und die romantische Aussicht in vollen Zügen und hielten sich auch nicht mit dem einen oder anderen Glas Alkohol zurück. Leicht angeheitert ging es drei Stunden später wieder zurück in die atemberaubende Suite. Berauscht vom Alkohol und von Paris bei Nacht kamen sie sich langsam näher. Das Licht war gedämpft und ruhige Klänge ertönten aus allen Ecken um sie herum. Er nahm ihre Hand, sah ihr tief in die Augen und zog sie langsam zu sich. Sie tanzten eng umschlungen vom Wohnraum in das Schlafzimmer, ehe er sie sanft am großen Doppelbett niederließ. Die Spannung zwischen den beiden hatte sich im Laufe des Tages ins unermessliche gesteigert und so gipfelte dieser lange Tag in Paris in einer Nacht voller Lust, Leidenschaft und Liebe, eingebettet in Satin und dem lieblichen Licht des Eiffelturms.

Den nächsten Morgen kosteten die beiden mit einem ausgiebigen Frühstück im Bett aus, ehe sie den Tag noch gemeinsam verbrachten, um die Stadt zu erkunden. Als sie sich in einem kleinen Park auf einer Parkbank ausruhten, zog er den vorletzten Zettel aus seiner Jackentasche. „Und dann gibt es diese eine Begegnung, die dein ganzes Leben verändert.“

Am späten Nachmittag hieß es Abschied nehmen. Die beiden tauschten ihre Nummern, umarmten sich innig und küssten sich mit dem Versprechen, sich bald wieder zusehen. Während Nora noch ein paar Tage in der Stadt blieb, war es für ihn an der Zeit nach Hause zu fliegen.

Im Flugzeug saß er wie immer in der letzten Reihe. Diesmal war nicht nur sein Nebenplatz leer sondern auch die gegenüberliegende Seite. Während er seinen Blick in die Abendsonne richtete und die letzten 48 Stunden Revue passieren lies, überkamen ihn immer wieder Zweifel. War er Schlussendlich um nichts besser als seine Freundin, die aus seiner Wohnung ausgezogen ist? Hatte er sie mit dem spontanen Paris Wochenende überfordert? Erst vor einer Woche hatte er ihr kurzfristig davon erzählt. Und wie konnte er sich binnen so kurzer Zeit in Nora verlieben obwohl er gerade noch den Rest seines Lebens mit einer anderen Frau verbringen wollte? Die Fragen in seinem Kopf wurden immer mehr, genauso wie seine Schuldgefühle. Er wusste ein Gespräch war unumgänglich und auch wenn er tief verletzt war, musste er sich genau so bei ihr entschuldigen.

Als er landete, drehte er endlich sein Handy auf. 18 Anrufe in Abwesenheit. Zwei von ihr und 16 von einer unbekannten Nummer. Dazu noch eine Nachricht auf der Mailbox. Er tippte auf seinem Smartphone um die Sprachnachricht abzuspielen. Neben prasselnden Regengeräuschen, hörte er ihre Stimme…

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