Wenn eines im Leben gewiss ist, dann ist es die Tatsache, dass jeder von uns sterben wird. In jungen Jahren verschwendet man wenig Gedanken daran, doch je älter man wird, umso bewusster wird uns, dass die Lebenszeit auf diesem Planeten sehr begrenzt ist. Manche Menschen sterben viel zu jung, andere erst nach 80 oder 90 Jahren. Aber alle sterben wir.

Realistisch betrachtet werden in meinem Familienkreis in den nächsten 10-15 Jahren vermutlich 4-5 Menschen die mir sehr, sehr nahe stehen nicht mehr da sein. Vielleicht sind es auch mehr. Und wie schnell 10 Jahre vorübergehen muss ich glaub ich niemanden erzählen. Der Film Titanic lief vor 22 Jahren in den Kinos, vor 10 Jahren wurde Barack Obama 44. Präsident der Vereinigten Staaten. So gesehen sind 10 Jahre nicht mehr als ein Wimpernschlag. Dass dies so eintreten wird ist nun mal Faktum und der Lauf der Dinge.

Ich versuche mich schon immer auf diese unabdingbaren Ereignisse einzustellen und so positiv als möglich zu erfassen. In Teenager Zeiten habe ich mir sogar ganz bewusst vorgestellt wie es wäre wenn jetzt meine Eltern nicht mehr da wären – und zwar so intensiv dass es mich Anfangs komplett zerrissen hat – gefolgt von einem bewussten Gefühl, dass ich irgendwie damit klar kommen würde. Mein Ansatz war es wohl sich zumindest ein wenig auf das unabdingbare vorzubereiten, um dann besser damit umgehen zu können.

Prinzipiell bin ich der Meinung dass man keine Angst vor dem Tod haben sollte. Sokrates meinte einst „Niemand kennt den Tod, es weiß auch keiner, ob er nicht das größte Geschenk für den Menschen ist. Dennoch wird er gefürchtet, als wäre es gewiß, daß er das schlimmste aller Übel sei.“ Das ist ein schöner Ansatz, der viel Spielraum für positive Gedanken zulässt.

Ich persönlich habe jedenfalls keine Angst vor dem Tod, ich habe viel mehr die Sorge nicht genug aus meinem Leben zu machen, den Menschen, die tag täglich Hilfe benötigen, nicht genug zu helfen und den Planeten nicht wirklich um so vieles besser zu hinterlassen als ich ihn betreten habe. Denn irgendwie wäre das doch der Sinn des Lebens oder?

  1. Ja, das wäre der Sinn. Sehr schöner Text, Kompliment! Ein Autor, den ich sehr schätze, hat mal geschrieben: „Der Tod ist der beste Berater, den wir Menschen haben. Dein persönlicher Tod steht vom Moment deiner Geburt an immer eine schulterbreit hinter dir. Wenn dir Entscheidungen schwerfallen, dann frag ihn.“ Eine sehr poetische Art, sich die Begrenztheit unserer Existenz immer wieder in Erinnerung zu rufen. Man könnte auch sagen: Das letzte Hemd hat keine Taschen.

  2. In meinem Beruf durfte ich viele Menschen auf dem letzten Weg begleiten, daher habe ich auch viele Wege gesehen und erlebt wie ihn Menschen gehen.
    Nicht immer war es der erwünschte Weg, den sich der Mensch gewünscht oder vorgestellt hat.
    Wir wissen es zu unserem Glück nicht wie es sein wird und doch empfinde ich es so, als wäre es ein hinübergehen.
    Wohin? Das wird uns wohl keiner sagen können.
    Diesen Weg geht ein jeder auf seine Art, wohl auch wie er sein Leben gelebt hat.
    Ich betreue zurzeit auch eine sehr alte Dame sie hat den Wunsch alleine ihren letzten Weg zu gehen ohne das jemand dabei ist
    Ihre Angehörigen und ich werden diesen Wunsch respektieren sofern es machbar ist.
    Ein berührendes Thema, aber ich bin mir auch sicher das es eine gewisse Reife bedarf.
    Liebe Grüße Edith

    • Danke für die Einblicke Edith, klingt nach einem außergewöhnlichen und sicher nicht immer einfachen Beruf. Jedenfalls sehr spannend wie unterschiedlich die Ansichten der Menschen sind. Ändert sich wohl auch im Laufe des eigenen Lebens.

Sag was zu Ritchie Pettauer Kommentar abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>