Wir befinden uns im Zeitalter der Digitalisierung. Was früher mit schwarzer Tinte und einer Feder in Feinarbeit und mit viel Zeitaufwand auf Papier gebracht wurde, wird heute in eine Tastatur getippt. Zeiten ändern sich, und das ist auch gut so, doch das ist gar nicht so einfach. Heutzutage sehen eine Vielzahl von geschriebenen Worten niemals ein echtes Stück Papier und leben ausschließlich im LED- und Retina-Display. Geht da nicht ein Stück der Magie verloren, wenn man Bücher nur noch in Form von Pixeln liest? Ist es immer noch das gleiche Erlebnis, wenn man die Kunst der besten Autoren unserer und vergangener Zeiten liest, ohne die Seiten zwischen den Fingern zu spüren, den typischen Geruch eines Buchs in der Nase zu haben und am Zustand eines Buchs genau zu erkennen, wie oft man bereits darin geschmökert hat?

Dinge ändern sich. Heute werden Bücher in Form von E-Books gelesen oder als Hörbuch gehört. Und ist das schlimm? Nein, denn alles muss sich entsprechend der Zeit und aktuellen Umstände nun einmal verändern und anpassen. Es ist nicht verwunderlich, dass fast alle Exemplare meiner Bücherliste des März auch in Form eines E-Books oder Hörbuchs erhältlich sind. Ebenso haben sich andere Bereiche der Unterhaltung auf diese Weise verändert, was findet heutzutage schließlich nicht auch digital statt?

Wer mag schon Veränderung?

Das erste E-Book aller Zeiten entstand tatsächlich bereits im Jahr 1972, als die Unabhängigkeitserklärung der USA digitalisiert wurde. Den Mainstream erreichte das E-Book jedoch erst deutlich später. In den frühen 2000ern begannen digitale Bücher die Leserschaft für sich zu gewinnen. 2007 erfolgte die Wende der Digitalisierung für die Buchwelt: Amazon brachte seinen Kindle E-Reader auf den Markt, schon drei Jahre später, das war 2010, verkaufte Amazon mehr digitale als gebundene Bücher. Bei vielen Freunden des geschriebenen Worts kam es zunächst zur Empörung. Das könne ja schließlich nicht sein, Bücher würden in digitaler Form an Essenz verlieren. Es wäre nicht das gleiche Lesevergnügen, ohne das Papier in den Händen zu spüren. Der Kunst des Schreibens würde durch E-Books nicht genug Ehrung zuteil. Veränderungen sind niemals einfach. Doch wären wir als Menschen heute dort, wo wir uns nun befinden, hätten wir uns nicht mit der Zeit verändert? Wohl kaum. Tatsächlich ist es nicht die Veränderung, die mir Sorge bereitet, sondern der Stillstand. Wie oft konnten wir nach einer vollzogenen Veränderung im Rückblick bereits sagen „Es war nicht leicht, aber es hat sich gelohnt.“?

Eigentlich gar nicht so schlecht

Es dauerte nicht lange bis jede Menge Neinsager und E-Book-Boykotter vom Gegenteil überzeugt wurden. „Ach, ist eigentlich ganz angenehm, nicht das schwere Buch in der Tasche herumzutragen.“ und „Schon toll, dass ich in Sekundenschnelle ein neues Buch in den Händen halten kann.“ waren plötzlich gängige Aussagen, die dem E-Book zu Ruhm verhalfen. Die Vorteile sind auch wirklich immens. Wer im Urlaub gerne einmal ein Buch pro Tag liest, hat mit einem E-Book-Reader direkt eine ganze Bibliothek bei sich, ohne am Check-In-Schalter 10 kg Übergewicht bezahlen zu müssen, da man die ganze Heimbibliothek im Koffer hat. Zu jeder Zeit und überall kann man jetzt ganz einfach lesen, ob im Zug, an der Bushaltestelle oder im dunklen Schlafzimmer. Auch mein Buch 30 Dates in 30 Tagen könnt ihr euch als E-Book zulegen. Wer damals glaubte, E-Books wären der Untergang für die Schreibkunst, lag vollkommen daneben, denn dank der einfachen Verfügbarkeit von Büchern aus aller Welt und dem komfortablen Lesen am E-Book-Reader erreicht man mit einem Buch eine viel größere Reichweite. Ebenso die Möglichkeiten, ein Buch zu verlegen, sind heute vielfältiger. Neben den diversen Möglichkeiten des digitalen Self-Publishings gibt es inzwischen auch rein digitale Verlage. In keiner Weise verliert das geschriebene Wort in der digitalen Form an Bedeutung, im Gegenteil. Worte erreichen nun noch einfacher Menschen auf der ganzen Welt.

Eine neue Welt

Wir befinden uns nun in einem Zeitalter, in dem alles ein bisschen anders ist als früher. Nicht nur das geschriebene Wort ist heute in die digitale Dimension getreten, auch sämtliche andere Bereiche sind heute nicht mehr analog wie früher. Schauen wir uns einmal die Welt der Spiele an. Spieleabende finden heute kaum noch um einen Tisch versammelt mit Brettspielen statt, sondern über die Online-Welten von MMO-Videospielen mit tausenden von Spielern. Der Unterhaltungsindustrie tut dies gut, denn jetzt können viel mehr Menschen auf der ganzen Welt auf Games sämtlicher Länder zugreifen. Das bedeutet eine größere Reichweite für Publisher und zudem ein kultureller Austausch in allen Ecken der Welt, der ohne die Digitalisierung niemals stattfinden würde. Auch die Glücksspielbranche macht sich den Techniktrend zunutze. Im Internet haben sich heute Anbieter etabliert, die die klassischen Casinospiele wie Roulette, Blackjack und Slotautomaten online in digitaler Form anbieten. Der Zugang in die Casinowelt ist demnach einfacher und komfortabler denn je und hat damit auch so manch einen neuen Spielfreund generiert. Das kommt wiederum den landbasierten Spielbanken zugute, die sich dadurch einer erhöhten Beliebtheit erfreuen. Ein weiterer Trend lässt sich in der Filmindustrie erkennen. Indie-Filme aus Europa schafften es früher nur mit Müh und Not zu weltweiter Bekanntheit, wenn überhaupt. Meist ging der Weg auf die Weltfilmbühne nur als Mainstream über Hollywood. Doch durch Eigenproduktionen von Netflix schaffen es sogar Filme und Serien abseits des Mainstreams in die Wohnzimmer der ganzen Welt.

Veränderungen sind nicht immer einfach, meistens sind sie sogar äußerst schwierig. Dennoch sind sie ein wichtiger und beständiger Teil des Lebens, nicht umsonst sagte bereits der griechische Philosoph Heraklit „Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung“. Die Digitalisierung stellt eine solche Veränderung dar, die inzwischen jede Menge neue Möglichkeiten und Vorteile mit sich gebracht hat.

Bildquellen: unsplash.com

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